Wie alles begann ...


»Wenn Mutti Mandelplätzchen backt, wenn Fiffi an den Schneemann kackt,
wenn Vatis Schlips nach Glühwein schmeckt, dann ist auch Strophe drei perfekt.«

(Fritz Eckenga)

 

»Wachtberger Kugel« – die Idee

 

Weihnachten 2015 ist gerade vorbei. Da haben wir eine verrückte Idee: Warum nicht einen Wettbewerb für Komische Lyrik ausschreiben? – Na klar!, sagen Sie jetzt vielleicht. Nach Weihnachten! Was liegt denn da näher? Gerade, wenn man noch in rührseliger Erinnerung an die »tollen Tage« schwelgt.  

Und wie nennen wir ihn? - »Wachtberger Kugel«! Natürlich!  Wie sonst?

 

Die Trophäe erscheint bereits nach kurzer Zeit vor unseren geistigen Augen. Das Wachtberger Wahrzeichen in getöpferter Form – selbstverständlich handgearbeitet von einem Töpfer aus dem Wachtberger Töpferort Adendorf – auf einem schwarzen Granitsockel. Peter Hansen, ein Urgestein der Adendorfer Töpfertradition war sofort bereit, uns Unikate für die Siegertrophäen zu fertigen.


Unsere Triebfeder, einen Literaturwettbewerb zu komischer Lyrik auszuschreiben, war unsere Wahrnehmung, dass dem klassischen, reim- und metrumgetragenen, komischen Gedicht im weiten Feld der Literaturwettbewerbe zwischen moderner Lyrik und Poetry Slam immer weniger Raum geboten wird. Wir – das sind Dieter Dresen, Leiter des Wachtberger Büchereiverbundes, und Herbert Reichelt, Krimi- und Gedichte-Schreiber aus Wachtberg – wir aber lieben diese besondere Form der Lyrik, die so oft mit heiterer, (selbst-)ironischer oder satirischer Konnotation daherkommt, die aber oftmals auch ganz einfach dem höheren Blödsinn huldigen möchte.

 

Und so haben wir uns damals gesagt: Fördern und fordern wir Autorinnen und Autoren, die sich ebenfalls gern diesem literarischen Genre widmen – sei es als geübte Schriftsteller oder auch einfach als Gelegenheits- und Hobby-Poeten – und bieten wir ihnen eine Plattform, ihre Gedichte im Rahmen eines Dichterwettstreits zu präsentieren. Der Wettbewerb »Wachtberger Kugel – Preis für komische Lyrik« war geboren.

 

Was haben wir damals von dieser Ausschreibung erhofft und erwartet?

In erster Linie natürlich jede Menge guter, zum Lachen und Schmunzeln anregender Gedichte, die sich zum Beispiel in der Tradition von Wilhelm Busch, Christian Morgenstern, Mascha Kaléko, Joachim Ringelnatz, Erich Kästner, Kurt Tucholsky oder Eugen Roth bewegen, die Heinz Erhardt huldigen, die an die »Neue Frankfurter Schule« um F.W. Bernstein und Robert Gernhardt anknüpfen – oder die ganz einfach einen eigenen, vielleicht auch ganz neuen Weg zum lyrischen Humor weisen.

»Komik lebt von vorgegebenen Ordnungssystemen, ganz gleich, ob die außer Kraft gesetzt oder lachhaft penibel befolgt werden. Daher kann das komische Gedicht nur profitieren, wenn es von allen Regeln der Kunst tradierter Suggestionstechniken wie Reim und Metrum durchtränkt ist …« (Robert Gernhardt). Wir haben also in erster Linie auf »Pfleimenbäume mit Pfleimen« gehofft, wie etwa Winfried Kraft einen unvergesslichen gepflanzt hat:

 

Paulus schrieb an die Apostel:

»Ich taufe alle Frauen Chrostel!«

Doch Petrus schrieb in der Epistel:

»Das heißt nicht Chrostel, sondern Christel.

Und wenn ich gegen eins was habe,

Sind's Fehler, nur dem Reim zulabe!«
(Winfried Kraft; vermutlich Pseudonym eines Dichters der Neuen Frankfurter Schule)

 

Aber genauso gern waren uns natürlich alle anderen Formen, die das Überraschungsmoment der komischen Lyrik in sich tragen. Wir waren sehr gespannt, was uns zugesandt würde.

 

Inzwischen liegt der erste Wettbewerb hinter uns. Dass uns über 500 Einsendungen erreichen würden, hätten wir zu Beginn nicht für möglich gehalten. Und so gab es am 14. Januar 2017 nicht nur eine tolle Abschlussveranstaltung, sondern es gibt auch eine lesenswerte Anthologie zur »Wachtberger Kugel 2017«. Die besten Wettbewerbsbeiträge von insgesamt 75 Autorinnen und Autoren sind darin versammelt. Die enorme Resonanz auf unsere erste Ausschreibung, aber genauso die vielen ermunternden Kommentare vieler Teilnehmer/innen haben uns den Entschluss zu einer Fortsetzung des Lyrikwettbewerbs leichtgemacht.

 

Wir freuen uns also auf die nächste Runde der »Wachtberger Kugel«!

 

Dieter Dresen und Herbert Reichelt 



»DiWa - Dichtung in Wachtberg«

 

Wollten wir wirklich einen Verein gründen? Hätte man uns das zu Beginn des Jahres 2016 gefragt, hätten wir wohl im Brustton der Überzeugung verneint. Nun aber gibt es »DiWa - Dichtung in Wachtberg e.V.« - und das aus gutem Grund: Der Verein hilft uns, den Lyrikwettbewerb »Wachtberger Kugel« auf solide organisatorische und finanzielle Füße zu stellen. Der Verein ist nunmehr Träger des Lyrikwettbewerbs.

 

Wir können als gemeinnütziger Verein Spenden und Sponsorengelder mit steuerwirksamen Bescheinigungen quittieren und können Einnahmen aus dem Buchverkauf ordentlich verbuchen und für die weitere Durchführung des Lyrikwettbewerbs nutzen.

 

Mehr zu »DiWa - Dichtung in Wachtberg« gibt es hier. Mit Ihrem Vereinsbeitritt und/oder Ihrer Spende fördern Sie den Lyrikwettbewerb »Wachtberger Kugel«.