Der Veranstaltungsort: Das »Drehwerk 17/19«


Am Samstag, 14. Januar 2017 fand die erste Abschlussveranstaltung des Literaturwettbewerbs »Wachtberger Kugel« - Preis für Komische Lyrik statt, und zwar im »Drehwerk 17/19« (Wachtberg-Adendorf, Töpferstraße 17-19). Die Veranstaltung war restlos ausverkauft.

 

Der Kulturbetrieb »Drehwerk 17/19« im Wachtberger Töpferort Adendorf erscheint wie kein zweiter Ort geeignet für die Abschlussveranstaltung des Literaturwettbewerbs »Wachtberger Kugel«. Mit seiner Ausrichtung auf Kabarett, Comedy, Theater und Lesungen bietet das »Drehwerk« eine ideale Bühne für humorvolle und komische Lyrik.

 

Dass es in Wachtberg einen solch außergewöhnlichen Kulturbetrieb gibt, der inzwischen zahlreiche Größen der deutschen Kabarettszene anlockt, verdanken wir der privaten Initiative der Familie Knorr, die im Jahre 2003 das Wagnis einging, diesen Wachtberger Kulturbetrieb aufzubauen und zu betreiben.

 

Die »kurze Geschichte vom Drehwerk 17/19« belegt eindrucksvoll, wie alles begann und wo das »Drehwerk« heute steht ...

 


Eine kurze Geschichte vom Drehwerk 17/19

 

Im Dezember 2003 erwarben Ille und Rudi Knorr das gesamte Areal der seit mehreren Jahren stillgelegten ehemaligen Töpferei Söndgen im Wachtberger Töpferort Adendorf. Von Januar bis April 2004 wurden die ehemaligen Werkstatträume im Erdgeschoss zu einem Bürotrakt umgebaut. Dabei kam eine reizvolle Mischung aus altem Bestand und neuem Komfort heraus.

 

Dort hat die Agentur Knorrwerbung seit Mai 2004 ihren neuen Firmensitz. Ebenfalls gründlich durchrenoviert wurde das an der Straße liegende 100jährige Wohnhaus im Gründerstil, es bekam u.a. eine völlig neue Heizungsanlage und zwei Bäder.

 

Im Laufe des Jahres 2005 kam das ehemalige Verkaufshäuschen mit angrenzendem Verkaufslager dran: es wurde zu einem ansehnlichen Wohnbungalow ausgebaut. Auch hier wurde darauf geachtet, die Außenansicht zu erhalten. Das originelle Haus mit dem »Flach-/Walmdach« hat nunmehr 100 qm Wohnfläche mit 4 Zimmern, Küche, Hauswirtschaftsraum, Gäste-WC und Bad.

 

Nachdem die Idee der Gemeinde Wachtberg, auf der Töpferstraße 17-19 ein Keramikzentrum anzusiedeln, an leeren Gemeindekassen und fehlenden Konzepten scheiterte, ergriff die Familie Knorr die Eigeninitiative und beschloss, die eigenen im Laufe der Zeit gereiften Pläne in die Tat umzusetzen:

Die noch leerstehenden und ungenutzten Teile der Immobilie sollten einen Kulturbetrieb der besonderen Art beherbergen, mit Kleinkunstbühne, Programmkino und Restaurant-Bistro.

 

Der zu erwartende Bedarf, die günstige geografische Lage, die Bevölkerungsstruktur sowie viel Zuspruch aus der Bevölkerung stimmten optimistisch. Parallel dazu lief eine kleine Marktforschung über den geplanten Kulturbetrieb, betreut von einer Studentengruppe, die sich das Drehwerk als Abschlussprojekt im Rahmen ihres Studiums auserkoren hatte.

Nachdem dann auch die Finanzierung stand, konnten die umfangreichen Umbaumaßnahmen beginnen:

Im April 2006 wurde das alte marode Dach über dem künftigen Bühnen- und Veranstaltungsraum abgerissen und eine völlig neue Dachkonstruktion erstellt. Wegen eines massiven Wasserschadens durch unsachgemäße Abdichtung während der Bauarbeiten gab es einen Baustopp von einem halben Jahr, da aus diesem Grund die Zusammenarbeit mit einigen Unternehmen beendet werden musste.

 

Im Herbst 2006 teilte die Filmstiftung NRW mit, dass sie das geplante Programmkino für förderungswürdig halte und es mit einen Zuschuss unterstützen werde.

 

Anfang 2007 wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen, das Dach über dem Bar- und Bistrobereich erneuert, ein Treppenzugang dorthin geschaffen, das Dach der alten Halle hinter dem Torbogen wurde als offenes Atrium gestaltet, ein Teil davon zum Kinobereich umgebaut mit einem neuen Dach. Die nächsten Monate waren dem Innenausbau gewidmet, der Installation von Kino- und Bühnentechnik sowie dem Gastronomiebereich.

 

Mit Hochdruck wurde an einem attraktiven Programm gearbeitet, ein Logo entwickelt und vieles mehr – und am 27. Oktober 2007 war der lang ersehnte Tag da:

 

Mit der Eröffnungsgala und einem Tag der Offenen Tür nahm das Drehwerk seinen Betrieb auf. Für das gelungene Gesamtkonzept eines solchen Kulturangebots, vor allem im cineastischen Bereich, bekam das Drehwerk im Oktober 2008 den Innovationspreis der Filmstiftung NRW - Ehrung und Ansporn zugleich, die damit verbundenen Erwartungen auch zu erfüllen.Seither wurde das Drehwerk jedes Jahr für sein hervorragendes Kinoprogramm mit einem Preis der Filmstiftung gewürdigt, in 2009 auch vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.