Rückblick: »Wachtberger Kugel 2017«


Nun läuft also bereits die Ausschreibung des neuen Wettbewerbs »Wachtberger Kugel 2018«.
Die »Wachtberger Kugel 2017« hat fertig. Aber wir freuen uns noch immer über den gewaltigen Erfolg unserer ersten Ausschreibung eines Preises für komische Lyrik in Wachtberg - ein Erfolg, mit dem wir in dieser Form nicht gerechnet haben, als wir im Januar 2016 die ersten Ideen dazu hatten.

 

Über 500 Autorinnen und Autoren hatten sich um die beiden »Wachtberger Kugeln«, die Trophäen des Lyrikwettbewerbs »Wachtberger Kugel 2017« beworben und insgesamt an die 2000 Gedichte eingesandt. 75 dieser Autoren und Autorinnen sind mit Beiträgen in der Anthologie des Wettbewerbs »Die besten Kugel-Schreiber« vertreten. Und sieben von ihnen – die »Glorreichen Sieben« des Wettbewerbs – hatte die Jury eingeladen, ihre Gedichte bei der Abschlussveranstaltung und Preisverleihung am 14. Januar 2017 auf der Kleinkunstbühne des »Drehwerks 17/19« in Wachtberg-Adendorf vorzutragen, um dort die Gunst des Publikums und einen der ausgelobten Publikumspreise zu gewinnen.

Eine der  "Preiskugeln", die Töpfer Peter Hansen geschaffen hat
Eine der "Preiskugeln", die Töpfer Peter Hansen geschaffen hat

Die sieben Autorinnen und Autoren waren: Monika Clever, Frank Dyczka, Stefan Krüger, Martin Möllerkies, Stefan Pölt, Rolf Polander und Iris Schürmann-Mock.

 

Nicht nur die drei Publikumspreise wurden an diesem Abend vergeben, sondern auch drei Jury-Preise. Dotiert waren die ersten Ränge sowohl beim Jury- als auch beim Publikumspreis mit jeweils 300 Euro, die zweiten und dritten Ränge mit jeweils 100 Euro Preisgeld, so dass insgesamt 1.000 Euro an Preisgeldern zu vergeben waren.

 

Einführungs-Dialog zwischen Herbert Reichelt und Dieter Dresen
Einführungs-Dialog zwischen Herbert Reichelt und Dieter Dresen

In ihrer Einführung bedankten sich die Initiatoren des Wettbewerbs, Dieter Dresen und Herbert Reichelt, für die große Unterstützung, die sie in Wachtberg von Beginn an bei der Umsetzung des Projekts erfahren haben. Das gelte ganz besonders für die unermüdliche Jury des Wettbewerbs, es gelte aber ebenso für Frau Bürgermeisterin Offergeld und für die Gemeindeverwaltung, namentlich Frau Frech, Frau Märtens und Herrn Fuchs, der das wunderbare Plakat für den Wettbewerb entworfen hat, und es gelte in gleicher Weise für die Sponsoren des Wettbewerbs (»Kulturförderverein Kunst und Kultur in Wachtberg – KuKiWa«, Raiffeisenbank Voreifel, Kreissparkasse Köln, enewa), ohne deren finanzielle Hilfe die Umsetzung in dieser Form wohl nicht möglich gewesen wäre.

 

Einen besonderen Dank richteten Dresen und Reichelt an den Adendorfer Töpfer Peter Hansen, der die Trophäen des Wettbewerbs als Unikate getöpfert hat, an den Wachtberger Künstler Norbert Bogusch, der das schöne Aquarell für den Buchumschlag geschaffen hat, und an die Familie Knorr, die ihre Kleinkunstbühne für diese Veranstaltung völlig kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte. Das »Drehwerk«, so betonten Dresen und Reichelt, sei ohnehin ein Glücksfall für Wachtberg, und für diesen Wettbewerb um komische Lyrik erst recht. Und auch dem Kid Verlag, namentlich Hans Weingartz, dankten die Veranstalter für das Verlegen der Anthologie »Die besten Kugel-Schreiber« und die damit verbundene Förderung des Wettbewerbs.

 

Dresen und Reichelt dankten auch dem Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR), dem Betreiber der »echten Wachtberger Kugel«, denn das Institut hatte die Autorinnen und Autoren sowie die Jury für den Folgetag zu einer Führung durch die Radaranlage eingeladen. Die Organisation dafür hatte die PR-Referentin Hanne Bendel übernommen, die sich die komische Lyrik im »Drehwerk« nicht entgehen ließ.

Zum weiteren Verlauf der Veranstaltung darf ohne jede Übertreibung gesagt werden: Der Abend wurde zu einem wunderbaren Festival der komischen Lyrik. Alle sieben Autorinnen und Autoren hatten nicht nur geistreiche und mit Wortwitz gespickte Gedichte mitgebracht, sondern haben diese auch »in teilweise grandioser Art und Weise« (Bonner Rundschau) vorgetragen. Alle sieben hätten für Ihre Darbietungen Preise verdient gehabt. Und so konnte Herbert Reichelt vor Bekanntgabe der Preisträger/innen auch zu Recht konstatieren, dass sich alle sieben Autoren und Autorinnen als Sieger fühlen durften – unabhängig davon, ob sie in die Preisränge gewählt worden waren oder nicht.  

Zwischen den 10-Minuten-Vorträgen der einzelnen Autorinnen und Autoren begeisterte der Jazzpianist Erwin Ruckes (der zugleich als Kulturjournalist und Chefredakteur/Mitherausgeber des Kulturmagazins »bonnjour« der Jury angehörte) das Publikum mit gekonnten Improvisationen am Klavier.

Martin Möllerkies bei seinem Vortrag
Martin Möllerkies bei seinem Vortrag

Martin Möllerkies aus Hamburg hatte in äußerst humorvoller und selbstironischer Weise zum Schluss seines Gedichtvortrags

»… schon mal einen Ausblick auf den weiteren Verlauf des Abends …« geben wollen:

 

»Wachtberg biete ich mein Leben:

Ihr könnt mir die Kugel geben.

Schon verrät mir das Gekicher:

Mein Gedicht ist kugelsicher.

Schätzt die Jury meinen Witz,

trifft mich glatt der Kugelblitz!

Meine Werke sind der Schlager!

Bald hab’ ich ein Kugellager.

Männer, jubelt! Freut euch, Weiber!

Hier ist Wachtbergs Kugelschreiber!«

 

Jury und Publikum erfüllten ihm den Wunsch nach einem »Kugellager« gleichermaßen und wählten ihn beide auf Rang 1, ohne natürlich vom gegenseitigen Votum Kenntnis zu haben. In seiner kurzen Laudatio betonte Herbert Reichelt, dass die Jury insbesondere von Möllerkies‘ fein- und zu großen Teilen auch tiefsinnigen Reim- und Wortspielereien beeindruckt war. Die Jury attestierte Möllerkies zudem ein sehr genaues, sensibles Sprachgefühl bei Wortwitz und Pointensetzung. Sein tiefgründiger, manchmal auch sarkastischer, Humor verfehle auch beim zweiten, dritten und vierten Lesen der Gedichte seine Wirkung nicht.

Der Gewinner Martin Möllerkies mit den beiden Trophäen
Der Gewinner Martin Möllerkies mit den beiden Trophäen

Den zweiten Preis der Jury gewann Iris Schürmann-Mock aus Bornheim. Dieter Dresen führte zu den Entscheidungsgründen aus, die Jury sei beeindruckt gewesen von der humorvollen, witzig zugespitzten Umwandlung und – damit verbunden – von der gelungenen Verfremdung literarischer Vorbilder in den Gedichten von Frau Schürmann-Mock. Es gelinge ihr dabei besonders, mit der Erwartungshaltung der Leser/innen souverän zu spielen und diese immer wieder – in den überraschenden, trefflich formulierten Schlusspointen – zu brechen. Es seien oftmals aber auch nachdenklich machende Zeilen, die über den »gewöhnlichen Alltag« hinausgehen. Vor allem aber habe die Jury die poetische Qualität ihrer Gedichte überzeugt.

 

Den zweiten Preis des Publikums sicherte sich Monika Clever aus Wachtberg, die das Auditorium mit ihren humorvoll vorgetragenen Reimgedichten aus der Tierwelt und ihren pointensicheren Kurzgedichten für sich einnehmen konnte.

 

Dritter Preisträger sowohl in der Wertung der Jury als auch des Publikums wurde Stefan Pölt aus Hattersheim am Main. Herbert Reichelt hob hervor, dass der Jury besonders die wunderbaren, teilweise irrwitzigen Dialoge gefallen haben, die Pölt in seinen gereimten Gedichten entfaltet. Er verfüge, so die Jury, über einen pointierten Humor, er ironisiere dabei mit spielerischer Leichtigkeit vermeintliche Alltagssituationen und -sprache und nehme dabei oft Menschlich-Allzumenschliches aufs Korn. Einige seiner Gedichte enthielten zugleich eine große Portion Selbstironie. Und er schaffe stets einen vortrefflichen Spannungsaufbau.

 

Nach der Preisverleihung hat der erste Preisträger Martin Möllerkies das Publikum noch mit einer herrlichen Zugabe unterhalten, in der er mit viel Selbstironie den verzweifelten Kampf eines Dichters mit der Ignoranz des Publikums beschrieb. Er betonte allerdings auch, dass es ein Gedicht sei, das mit der Realität im Adendorfer »Drehwerk« auch nicht das Geringste gemein habe. Und da konnte man ihm nur Recht geben, denn das Publikum war von allen Vorträgen, besonders aber von Möllerkies‘ Gedichten, restlos begeistert.

Alle Fotos aus der Abschlussveranstaltung am 14. Januar 2017 stammen von Klaus Schadow (IT-Berater aus Wachtberg-Ließem), dem an dieser Stelle nochmals ausdrücklich für seine fotografischen Leistungen und für die Überlassung der Bilder gedankt sei!

 

Hier geht's zum Bericht der Bonner Rundschau

Hier geht's zum Bericht des Bonner General-Anzeiger

Am Tag nach der Preisverleihung dann der Besuch der »echten Kugel«. Das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) hatte die sieben Autorinnen und Autoren sowie die Jury zu einer Führung durch die Radaranlage eingeladen. Nach einem höchst interessanten und unterhaltsamen Einführungsvortrag von PR-Referentin Hanne Bendel ging es in die »Wachtberger Kugel«.

 

Und zum Abschluss gab es auch hier natürlich noch ein Gruppenfoto.



»Die besten Kugel-Schreiber«

 

Am 14. Januar 2017 ist zugleich die Anthologie zum Lyrikwettbewerb »Wachtberger Kugel 2017« erschienen. Bestellungen können formlos per E-Mail an Lyrik@wachtberger-kugel.de. Wir versenden alle bestellten Bücher schnellstmöglich ohne Berechnung von Porto- und Versandkosten.

 

Das Buch liegt auch im Wachtberger Rathaus in Wachtberg-Berkum zum Verkauf aus. Und selbstverständlich kann das Buch auch beim Kid Verlag oder im Buchhandel bestellt werden:

Dieter Dresen / Herbert Reichelt (Hrsg.): Die besten Kugel-Schreiber - aus dem Lyrikwettbewerb »Wachtberger Kugel 2017«, Kid Verlag, Bonn, 14. Januar 2017, ISBN: 978-3-929386-68-4,
Preis: 12,00 Euro

 

Klappentext:

Das weltgrößte Radom in Wachtberg, einer Gemeinde nahe Bonn, stand Pate: Die »Wachtberger Kugel«, wie sie von den Einheimischen liebevoll genannt wird, war der Namensgeber für einen neu geschaffenen »Preis für komische Lyrik«. Dass sich mehr als 500 Autorinnen und Autoren an diesem Wettbewerb beteiligen würden, hatte wohl kaum jemand erwartet. Eine Fülle beeindruckender komischer Gedichte ging in Wachtberg ein, und die Qualität der Einsendungen hätte es problemlos ermöglicht, eine doppelt so umfangreiche Anthologie zu füllen, wie sie nun vorliegt.

 

»Die besten Kugel-Schreiber« bietet eine wunderbare Auswahl der Gedichte von insgesamt 75 Autorinnen und Autoren, die mit ganz unterschiedlichen Ansätzen humorvolle und komische Lyrik schreiben. Es macht einfach riesigen Spaß, durch diesen Band zu blättern und sich von immer neuen Ideen und Pointen überraschen zu lassen. Was bleibt also übrig, als allen Lesern und Leserinnen dieses schönen Sammelbandes viel Freude und ein entspanntes Lesevergnügen zu wünschen?

 

Das wunderbare Aquarell für das Buchcover stammt von dem Wachtberger Künstler Norbert Bogusch.