»Wenn Mutti Mandelplätzchen backt, wenn Fiffi an den Schneemann kackt,
wenn Vatis Schlips nach Glühwein schmeckt, dann ist auch Strophe drei perfekt.«

(Fritz Eckenga)

 

»Wachtberger Kugel« – die Idee

 

Weihnachten ist gerade vorbei. Da haben wir eine verrückte Idee: Warum nicht einen Wettbewerb für Komische Lyrik ausschreiben? – Na klar!, sagen Sie jetzt vielleicht. Nach Weihnachten! Was liegt denn da näher? Gerade, wenn man noch in rührseliger Erinnerung an die »tollen Tage« schwelgt.

 

Und wie nennen wir ihn? – »Wachtberger Kugel«! Natürlich! Wie sonst? Die Trophäe erscheint bereits nach kurzer Zeit vor unseren geistigen Augen. Das Wachtberger Wahrzeichen in getöpferter Form – selbstverständlich handgearbeitet von einem Töpfer aus dem Wachtberger Töpferort Adendorf – auf einem schwarzen Granitsockel.

 

Nun gut, daran wird noch gearbeitet. Aber wir sind ganz sicher, dass Peter Hansen, ein Urgestein der Adendorfer Töpfertradition, ein phantastisches Objekt schaffen wird. Er hat sich jedenfalls sofort bereit erklärt, uns Unikate für den Wettbewerb zu fertigen.

Aber kaum war im Januar 2016 der Entschluss gefasst, war uns auch schon wieder ein wenig mulmig. Klappt das denn auch? Bekommen wir genügend Resonanz? Wohl nur dann, wenn sich möglichst viele an die Anleitung F.W. Bernsteins halten: 

»Man nehme schöne Wörter, etwa Balustrade, verrühre sie mit Reimen und läßt das Sonett nun in vier Strophen stehen, bis der Sinn aufgeht. Dann kann es vorgetragen werden.« Darauf hoffen wir natürlich. Und darauf, dass nicht allzu viele lieber Robert Gernhardts Paulus folgen wollen: »Paulus schrieb den Irokesen: Euch schreib ich nichts, lernt erst mal lesen.«

 

Unsere Triebfeder, einen Literaturwettbewerb zu Komischer Lyrik auszuschreiben, war jedenfalls unsere Wahrnehmung, dass dem klassischen, reim- und metrumgetragenen, komischen Gedicht im weiten Feld der Literaturwettbewerbe zwischen moderner Lyrik und Poetry Slam immer weniger Raum geboten wird. Wir – das sind Dieter Dresen, Leiter des Wachtberger Büchereiverbundes, und Herbert Reichelt, Krimi- und Gedichte-Schreiber aus Wachtberg – wir aber lieben diese besondere Form der Lyrik, die so oft mit heiterer, (selbst-)ironischer oder satirischer Konnotation daherkommt, die aber oftmals auch ganz einfach dem höheren Blödsinn huldigen möchte.

 

Und so haben wir uns gesagt: Fördern und fordern wir Autorinnen und Autoren, die sich ebenfalls gern diesem literarischen Genre widmen – sei es als geübte Schriftsteller oder auch einfach als Gelegenheits- und Hobby-Poeten – und bieten wir ihnen eine Plattform, ihre Gedichte im Rahmen eines Dichterwettstreits zu präsentieren. Der Wettbewerb »Wachtberger Kugel – Preis für Komische Lyrik« war geboren.

 

Was erhoffen und erwarten wir von dieser Ausschreibung?

In erster Linie natürlich jede Menge guter, zum Lachen und Schmunzeln anregender Gedichte, die sich gern in der Tradition von Wilhelm Busch, Christian Morgenstern, Mascha Kaléko, Joachim Ringelnatz, Erich Kästner, Kurt Tucholsky oder Eugen Roth bewegen dürfen, die Heinz Erhardt huldigen, die an die »Neue Frankfurter Schule« um F.W. Bernstein und Robert Gernhardt anknüpfen – oder die ganz einfach einen eigenen, vielleicht auch ganz neuen Weg zum lyrischen Humor weisen.

»Komik lebt von vorgegebenen Ordnungssystemen, ganz gleich, ob die außer Kraft gesetzt oder lachhaft penibel befolgt werden. Daher kann das komische Gedicht nur profitieren, wenn es von allen Regeln der Kunst tradierter Suggestionstechniken wie Reim und Metrum durchtränkt ist …« (Robert Gernhardt). Wir erwarten also in erster Linie »Pfleimenbäume mit Pfleimen«, wie etwa Winfried Kraft einen unvergesslichen gepflanzt hat:

 

Paulus schrieb an die Apostel:

»Ich taufe alle Frauen Chrostel!«

Doch Petrus schrieb in der Epistel:

»Das heißt nicht Chrostel, sondern Christel.

Und wenn ich gegen eins was habe,

Sind's Fehler, nur dem Reim zulabe!«
(Winfried Kraft; vermutlich Pseudonym eines Dichters der Neuen Frankfurter Schule)

 

Aber genauso gern gesehen sind natürlich auch alle anderen Formen, die das Überraschungsmoment der Komischen Lyrik in sich tragen. Wir sind schon sehr gespannt, was Ihr Euch alles einfallen lasst!

Wohlan denn, Ihr Schriftsteller und Hobby-Dichter! Wir freuen uns auf Eure Wettbewerbsbeiträge!

 

Dieter Dresen und Herbert Reichelt 


Rückfragen zum Wettbewerb bitte vorzugsweise per E-Mail an:

Lyrik@wachtberger-kugel.de

 

oder telefonisch: 01520-1563030


Der Lyrikwettbewerb
»Wachtberger Kugel«
wird gefördert von:


 

Gemeinde Wachtberg



Raiffeisenbank
Grafschaft-Wachtberg eG


enewa - Energie + Wasser Wachtberg


Kulturbetrieb
»Drehwerk 17/19«

Wachtberg-Adendorf 


Büchereiverbund Wachtberg




Danke !!!

 

Was uns besonders ermutigt hat, den Wettbewerb dann auch tatsächlich ins Leben zu rufen, war die vorbehaltlose Unterstützung, auf die wir bei den Kulturförderern und Kulturschaffenden in Wachtberg getroffen sind. Das beginnt bei der Gemeinde Wachtberg, wo die »Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Gemeindemarketing, Kultur«, namentlich Marlies Frech und die Pressesprecherin Margrit Märtens dem Vorhaben sofort alle Wege bereitet haben, das gilt für die Bürgermeisterin Renate Offergeld, die den Wettbewerb sofort unterstützt hat; das geht weiter mit dem Vorstand und der Geschäftsführung des Kulturfördervereins »KuKiWa – Kunst und Kultur in Wachtberg«, dessen Vorstandsvorsitzender Alfred Schneider gleich im ersten Gespräch seine Begeisterung über das Vorhaben zum Ausdruck gebracht hat. Der Förderverein unterstützt das Projekt allerdings nicht nur »moralisch«, sondern leistet auch eine erhebliche finanzielle Zuwendung für die Umsetzung der Abschlussveranstaltung.

 

Ebenso ermutigend war freilich, dass  wir in kürzester Zeit eine hochkarätige Jury für den Wettbewerb gewinnen konnten. Alle, die wir dabei angesprochen haben, waren sofort bereit mitzuwirken und zeigten ihre große Vorfreude auf diesen Lyrik-Wettbewerb – der Bürgermeister a.D. Hans-Jürgen Döring, der Kulturjournalist und Jazzmusiker Erwin Ruckes, die Lektorin und Übersetzerin Anja Rüdiger, der Journalist und ehemalige Sprecher von ARD und WDR sowie »Kulturweltspiegel«-Moderator Michael Schmid-Ospach und schließlich der Verleger Hans Weingartz aus Bonn-Küdinghoven – sie alle sind mit Freude und Engagement dabei.

 

Natürlich müssen wir an dieser Stelle auch den Adendorfer Töpfer Peter Hansen nennen, der ohne jedes Zögern sofort bereit war, uns getöpferte Unikate als Siegertrophäen für diesen Wettbewerb zu fertigen.

 

Aber so richtig ermöglichen können diesen Wettbewerb letztlich natürlich nur die Wachtberger Sponsoren, und deshalb hat es uns sehr gefreut, dass uns neben »KuKiWa« auch die »Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg« und »enewa - Energie + Wasser Wachtberg« sofort mit einer größeren Zuwendung bedacht haben, was uns bei der Ausschreibung der Preisgelder und der Begleichung weiterer Kosten des Wettbewerbs enorm hilft. Eine große Hilfe ist aber ebenso das »Drehwerk 17/19«, das uns seine Räumlichkeiten für die Abschlussveranstaltung kostenfrei zur Verfügung stellt und dort auch große Teile der Bewirtung der Kandidatinnen und Kandidaten ohne Kostenberechnung übernimmt.

 

Bei so viel Zuspruch und Ermutigung blieb uns ja gar nichts anderes mehr übrig, als die »Wachtberger Kugel« wirklich auszuschreiben.

Unser herzlicher Dank gilt deshalb allen Unterstützern und Förderern des Vorhabens!

 

Dieter Dresen und Herbert Reichelt

 


Die Kugel – Wachtbergs Wahrzeichen

 

An einem der höchsten Punkte Wachtbergs und seiner Umgebung thront »Die Kugel«, wie sie von allen, die hier leben, liebevoll genannt wird. »Die Kugel« ist das weltweit größte Radom. Es ist wegen seiner exponierten Lage und Größe von fast 50 Metern im Durchmesser und weit über 50 Metern in der Höhe bei guter Sicht extrem weit zu sehen. Die spezielle Haut des Radoms schützt einen 34 Meter großen und 240 Tonnen schweren freibeweglichen Parabolspiegel, der als Radarantenne fungiert. 

Ursprünglich diente die Radaranlage der militärischen Forschung. Ziel war vor allem, aufsteigende Interkontinentalraketen frühzeitig erkennen zu können. Heute dient die Anlage hauptsächlich der Beobachtung und Kartographierung erdnaher Satelliten, des orbitalen Weltraumschrotts und der Unterstützung von Raumfahrtmissionen. Besonders stolz ist man beim heutigen Betreiber der Anlage, der Fraunhofer-Gesellschaft, auf die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der sich der gigantische Parabolspiegel drehen lässt (15 Sekunden für eine vollständige Drehung; die Drehung erfolgt also mit einer Winkelgeschwindigkeit von 24°/s).

 

Die »Wachtberger Kugel« haben wir zum Namensgeber unseres Lyrikwettbewerbs gemacht, und natürlich hoffen wir, dass sich am 14. Januar 2017 bei der Abschlussveranstaltung im »Drehwerk 17/19« alle Zuhörer vor Lachen »kugeln« mögen ...